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Das synthetische Apriori Friedrich A. Kittlers

(c) Jan-Peter E.R. Sonntag 2015
© Jan-Peter E.R. Sonntag 2015

Freitag, 22. Juli 2016

14:00–15:00
Arbeitsgespräch mit Sebastian Döring und Jan-Peter E. R. Sonntag
Hardware-Anatomien an der Schnittstelle von Wissen(schaft), Medienkunst und Bastelei
Moderation: Christina Dörfling

Im Rahmen der Jahrestagung Wessen Wissen? Künste. Situiertheit. Materialität. des Graduiertenkollegs Das Wissen der Künste der UdK Berlin.

Alte TU-Mensa, Hardenbergstraße 34–35, 10623 Berlin.

Tagungswebsite

Programm

UPDATE: RAUSCHEN – Roundtables , May 30, Finissage May 31, WKV Stuttgart

(c) Jan-Peter E.R. Sonntag 2015
© Jan-Peter E.R. Sonntag 2015

Bis 31. Mai ist die Ausstellung RAUSCHEN im Württembergischen Kunstverein Stuttgart zu erleben. Am Montag werden die Architektur – die Wände und mit Ihnen auch die wohl größten koaxialen Diffraktionshörner, die den weißen RAUSCH-RAUM im 36m x 36m White Cube bilden und so die Körperlichkeit des Rauschens erst ermöglichten,
abgerissen. Aber vorher am Sonnabend gibt es noch eine Führung und zwei Roundtables.

Der erste Roundtable dreht sich um apparatus operandi1::anatomie//Der Synthesizer des Friedrich A. Kittler. Erklärtes Ziel dieses Projekts war es, das Werden einer Medientheorie aus Kittlers Synthesizer zu lesen. Im Zuge dieses conceptual art projects wurden Sebastian Döring und Jan-Peter E.R. Sonntag zu Herausgebern der Edition Gesammelte Werke Friedrich Kittlers. Während der laufenden Ausstellung konnten gemeinsam mit Johannes Gfeller (Medienrestaurierung, AdK Stuttgart) die Platinen im Detail examiniert und dokumentiert werden. Gemeinsam mit Moritz Hiller (Philologe, HU Berlin) konnte Sebastian Döring diskursive Formationen und Techniken — Germanistik und Elektrobasteln — rekonstruieren, in deren Tiefen ‘das schwarze Buch’ (Aufschreibesysteme 1800/1900) entstand.

Der zweite Roundtable widmet sich den Fragen der Orte und Räume, der Formaten und Institutionen und der technischen und kuratorischen Fragen raum- und zeitbasierter “Kunstwerke”.
Am Tisch: Erst Sebastian Döring, Iris Dressler, Wolfgang Ernst, Moritz
Hiller, Arnaud Obermann und Jan-Peter E.R. Sonntag, dann Hans D.
Christ, Katrin Mundt, Jan-Peter E.R. Sonntag, Bettina Steinbrügge und
andere.

http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2015/ausstellungen/rauschen/round-tables/

Oberseminar Dinge (4): Zur Archäologie des archäologischen Gegenstandes

“Das geschichtlich überlieferte – abschätzig formuliert: das Geschwätz des Gedruckten – erscheint in den Projekten der archäologischen Avantgarden [Kant, Foucault, Kittler] als Spitze jenes Eisbergs an vergangener Zeit, deren massiver materieller Sockel unsichtbar und auf immer in den Tiefen verschwunden bleibt. Nur die Spitze vom Eisberg der Geschichte (Paul Veyne) besteht aus historischer Zeit; wenn wir die Vergangenheit automatisch mit der Geschichte identifizieren, sehen wir immer nur die Spitze des Eisbergs an vergangener Zeit. Die unsichtbare, materielle Zeit ist eine Sache, die zu entbergen bleibt: eine Aufgabe nicht nur für Verschwörungstheoretiker, sondern auch für Archäologen, alte und neue.” Ebeling, 2012, S.34

Folgt man Ebeling (Wilde Archäologien, 2012) so arbeiten in der Moderne zwei Diskurslogiken gegeneinander, die sich doch nicht voneinander trennen lassen:

- die Logik der Geschichte, der Ideologiekritik und des Fortschritts auf der einen Seite und

- jene des archäologischen Dispositivs als einer fundamentalen Kritik an der historischen Selbstverortung und des Subjekts auf der anderen Seite.

Dabei bedeutet Historiographie treiben, nicht unbedingt nur intertextuell zu operieren und Archäologie auch nicht notwendig, allein im Material zu argumentieren. Die archäologische (Un-)Ordnung der Dinge bedeutet wohl vor allem: sich das Material grundsätzlich fremd zu machen, einen ethnologischen Blick auf das Eigene zu werfen und damit die Semantik zu verschieben: Bruch, Diskontinuität, Strata etc. Mit dem archäologischen Blick entschwinden zunehmend Gewissheiten des Gewordenen: In der so wahrgenommenen Kontingenz, dass alles auch anders gewesen sein könnte, erscheinen nun Möglichkeiten zur Freischaltung einer Kritik dessen was ist.

Ohne eine Wissenschaftsgeschichte und Wisseschaftstheorie der Archäologie hat aber die metaphorische Entführung des archäologischen Begriffsfeldes allein projektiven Charakter. Zu prüfen wäre vielmehr genauer, ob denn nicht die Archäologie in ihrer methodischen Öffnung und Infragestellung ihres Gegenstandes – d.h eines Objekt- und Methodenpluralismus im Bewusstsein eigener Vorläufigkeit in der Konstruktion des Gegenstandes, in ihrer Absage an eine hermeneutische Übergriffigkeit – nicht ohnehin schon je historisch die “erste Kulturwissenschaft” war. Insbesondere hätte das Augenmerk hier auf der Konstruktion und Reflexion des Ojektes als Gegenstand möglichen Wissens zu liegen.

“Material culture does not just exist. It is made by someone. It is produced to do something. Therefore it does not passively reflect society – rather, it creates society through the acts of social agents.” Hodder; Hutson, 2003, S.6.

…was natürlich auch für die archäologische Praxis selbst zu gelten hat.

Unser Seminar setzt damit die Fragestellung der Seminarreihe DINGE 1-3 nach den historischen Bedingungen des Verhältnisses materieller Kultur und Reflexion, von Ding und Deutung fort.

SS 2015 Dinge (4). Zur Archäologie des archäologischen Gegenstandes. HUB, Forschungsseminar, Mo 16-18

apparatus operandi_1::anatomie//Der Synthesizer des Friedrich A. Kittler

Seit dem Website-Relaunch des ZKM ist eine Videoaufnahme der ersten öffentlichen Präsentation von apparatus operandi1::anatomie//Der Synthesizer des Friedrich A. Kittler online:

Die Aufnahme ist entstanden im Rahmen des Symposions in memoriam Friedrich Kittler: Götter und Schriften rund ums Mittelmeer, 19./20. Oktober 2012 im Medientheater des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

Bilderzyklus und Libretto sind veröffentlicht in: Friedrich Kittler. Technik oder Kunst? hg. von Walter Seitter und Michaela Ott, Wetzlar 2013 (=TUMULT. Schriften zur Verkehrswissenschaft 40). Bestellbar beim Verlag, im sortierten Buchhandel oder bei amazon.

Philologie der Schaltung?

Wir stellen zur Medienphilologiekonferenz an der Ruhr-Universtiät Bochum zum ersten Mal öffentlich die Ergebnisse unserer Schaltungsanalyse Secret Sequence vom 2. Februar 2014 vor.

Diese uns zur Analyse vorliegende Schaltung ist eine ‘Apokryphe’ aus dem Nachlass Friedrich Kittlers. Sie hat ihren Weg zu uns gefunden über die Stationen Friedrich Kittlers Keller, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Medienarchäologischer Fundus der HU Berlin, Projektarchiv apparatus operandi. Sie ist sehr weit, dem ersten Anschein nach sogar komplett aufgebaut und gehört, das ersehen wir dem Schaltplannachlass, zu einem nicht fertiggestellten sechsten Kubus Dies ist der Grund, warum sie ihren Weg zu uns gefunden hat und nicht bei den fertig aufgebauten Modulen in Marbach liegt, und warum wir – im Unterschied zu den fünf fertig aufgebauten Kuben – diese Schaltung ohne Rücksicht auf die konservatorischen und archivalischen Richtlinien des Deutschen Literaturarchivs untersuchen können. Ein erster prüfender Blick auf diese Unterlagen und erste Recherchen im Sekundärliteraturarchiv haben uns zu der Vermutung Anlass gegeben, dass es sich bei dieser Schaltung um einen digitalen Seqencer-Aufbau handelt.

Donnerstag, 15. Mai 2014,
17.30 – 18.30 Uhr
Ruhr-Universität Bochum, Beckmannshof

Veranstaltet von Rupert Gaderer an Friedrich Balkes Lehrstuhl Medienwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie, Geschichte und Ästhetik bilddokumentarischer Formen.

http://www.ruhr-uni-bochum.de/medienphilologie/index_konferenz.html
http://www.apparatus-operandi.org/

Produktionspartner des Beitrags Philologie der Schaltung? von apparatus operandi am 15. Mai 2014 am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum ist neuropolis-berlin.de.